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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

Kanzler 1 b

Deutsche Schreibmaschine
mit außergewöhnlichem Mechanismus.

Erscheinungsjahr: 1903

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Kanzler 1b (ab 1903)   Nächste Maschine>
     



 

Die "Kanzler" wurde erstmals im Jahr 1903 von der "Deutsche Schreibmaschinengesellschaft m.b.H." in Berlin gebaut. Konstrukteur war Paul Grützmann. Zunächst trug die Maschine für kurze Zeit den Namen "Hansa". Der Hersteller firmierte dann um, zunächst in "AG für Schreibmaschinen-Industrie" und schließlich in "Kanzler Schreibmaschinen AG".

Die "Kanzler" war eine Konstruktion, die nicht, wie die meisten anderen deutschen Fabrikate auf amerikanische Konstruktionen zurückgingen, sondern ganz und gar deutschen Ursprungs war. Ihr Hersteller befasste sich ausschließlich mit der Produktion von Schreibmaschinen, was ebenfalls eine Besonderheit war. Die übrigen deutschen Schreibmaschinenhersteller, die meist der Nähmaschinen- oder Fahrradbranche angehörten, betrieben den Schreibmaschinenbau sämtlich als zusätzlichen Produktionszweig.

Die "Kanzler" gehörte zu den Stoßstangenmaschinen, wich aber in wesentlichen Teilen von den anderen Maschinen dieser Kategorie ab. Das hier vorgestellte frühe Modell, das im Gegensatz zur "Kanzler 1" bereits zwei Umschalttasten hatte, wird allgemein als "Kanzler 1b" bezeichnet.




 

Die Maschine hatte ein leicht gerundetes Tastenfeld mit vier Reihen mit jeweils 11 Tasten. Je vier untereinander liegende Tasten waren als Gruppe zusammengefaßt und teilten sich eine Stoßstange. Mit den somit 44 Tasten konnten mittels einfacher Umschaltung insgesamt 88 Zeichen im Vorderaufschlag geschrieben werden.




 
 

Die "Kanzler" hatte nur 11 Typenträger, die dafür allerdings jeweils 8 Zeichen trugen. Jeder Typenträger war unten mit einem Zapfen versehen, mit dem er beim Anschlag in der jeweils erforderlichen Höhe fixiert wurde.




 
 

Der Mechanismus der "Kanzler" war eine Kombination aus Stoßhebeln und Schwinghebeln. Beim Anschlag einer Taste, ggf. zusammen mit der Umschaltetaste, wurde der entsprechende Typenträger so bewegt, daß das gewählte Zeichen zum Abdruck gelangte. Die anderen drei Tasten der Gruppe bewegten sich beim Anschlag einer Taste mit, in Druckposition kam jedoch aufgrund der besonderen Konstruktion jeweils lediglich das gewählte Zeichen.


Abbildung unten: Typenhebel der "Kanzler" .




 



 



 

Die "Kanzler" hatte kein Wagenzugseil. Die Fortbewegung des Wagens erfolgte durch ein von einer Feder angetriebenes Zahnrad über eine Zahnstange an der Rückseite der Maschine.




 

Der Wagen konnte leicht schräg nach hinten geklappt werden. Dadurch konnte nicht nur das Geschriebene besser sichtbar gemacht werden, sondern es konnten so auch Schreibfehler einfacher korrigiert (radiert) werden.




 
 

"Kanzler" Schreibmaschinen wurden bis 1912 hergestellt, dann wurde die Produktion eingestellt. Die Gesellschaft wurde liquidiert und erlosch.




 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Kanzler 1 b
Technik: Stoßstangenmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung
Besonderheiten: 11 Typenträger mit jeweils 8 Zeichen, Kombination aus Schwinghebeln und Stoßhebeln
Erscheinungsjahr: 1903
Hersteller: Kanzler Schreibmaschinen Aktiengesellschaft, Berlin
Konstrukteur: Paul Grützmann
Seriennummer: 1126




 
 

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Weitere Kanzler-Schreibmaschinen:
Kanzler IV
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Weitere Maschinen des Konstrukteurs Paul Grützmann:
Kanzler IV, Stoewer 4, Stoewer Record, Stoewer Elite, Triumph
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Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Johannes Meyer, Pappenheim, 5. Aufl. 1934; Kunzmann, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro, Merkur-Verlag, Rinteln 1979

(197S601324-0321-23.04.2022-0422)




 

- Sammlung Arnold Betzwieser -




 

(0422-1-361)