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KLEINE AUSSTELLUNG "HISTORISCHE BÜROTECHNIK"

Mirina

Kleinschreibmaschine
aus Sachsen
mit tschechischer Tastatur

Erscheinungsjahr: 1939
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Mirina (ab 1939)   Nächste Maschine>
     



 

Diese Kleinschreibmaschine wurde von der "Groitzscher Werkzeugfabrik Graf & Oertel", einer Fabrik für die Fertigung von Werkzeugen für die mechanische Schuhherstellung, in Groitzsch bei Leipzig hergestellt. Die Maschine war sowohl als Portable als auch als leichte Büroschreibmaschine verwendbar.

Die Maschinen aus Groitzsch wurden hauptsächlich unter der Bezeichnung "G & O" (für Graf & Oertel), aber auch als Bajnok, Cawena, IMPO, Mercurius, Rex, Saxonia, Sonja, Standard, Strangfeld, Winkel oder, wie die hier gezeigte Maschine mit tschechischem Zeichensatz, als "Mirina" verkauft.

Bis 1956 sollen etwa 18.000 Kleinschreibmaschinen hergestellt worden sein, davon ca. 6.000 für den Export. Ungewöhnlich an der "Mirina" mit tschechischem Zeichensatz ist, dass die Ziffern mit Umschaltung geschrieben werden mussten und daher in der obersten Tastenreihe oberhalb der tschechischen Zeichen zu sehen waren.




 



 

In technischer Hinsicht handelte es sich bei der "Mirina" um eine Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung. Sie hatte eine vierreihige Tastatur mit 43 Schreibtasten, mit denen 86 verschiedene Zeichen geschrieben werden konnten.

Der Wagenzug der "Mirina" erfolgte nicht wie sonst üblich durch Federwerk und Zugseil, sondern mittels einer langen Spiralfeder, die zur Erreichung der richtigen Spannung über drei Umlenkrollen lief (siehe Abbildungen unten).




 



 



 

Die hier vorgestellte "Mirina" war in einem Koffer untergebracht, der -wohl auf Wunsch des Besitzers (oder der Besitzerin?)- mit rotem Samt bezogen und mit den Initialen versehen war.




 
 



 

Die "Groitzscher Werkzeugfabrik", gegründet 1908 von Eugen Graf und Georg Oertel, wurde zu DDR-Zeiten (1949-1990) verstaatlicht. Nach Einstellung der Produktion von Schreibmaschinen im Jahr 1956 wurden weiter Werkzeuge für Maschinen für die Schuhherstellung und auch andere Produkte hergestellt. Mangels ausreichender Rentabilität ging die Fabrik nach der Wiedervereinigung Deutschlands (1990) schließlich in Konkurs.




 

Maschinendaten:
Bezeichnung: Mirina
Technik: Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung
Besonderheiten: tschechische Tastatur, Wagenzug durch Spiralfeder
Erscheinungsjahr: 1939
Hersteller: Groitzscher Werkzeugfabrik Graf & Oertel, Groitzsch bei Leipzig
Konstrukteur: Erich Kersting
Seriennummer: 5398
Baujahr:



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Quellen: Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aufl. 1949 (Nachdruck Verlag Basten, Aachen 1981); Schubert, Sächsische Schreibmaschinen, www.saechsischeschreibmaschinen.com 2022; the typewriter database, www.tw-db.com 2022

(206SX00045-0922-06.09.2022-0922)




 

- Sammlung Arnold Betzwieser -




 

(0922-1-224)